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"Der Bienenfreund" von Hans Thoma 1863 gemalt.
Thoma war Professor an der Akademie der Bildenden Künste und von 1899 bis 1919 Direktor der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe, wo das Gemälde im Original vorhanden ist. Bitte danach fragen, leider ist es wohl derzeit im Archiv, sonst, wenn man es sucht: im Hauptgebäude im Untergeschoss.

"Die Verwendung des Bildes in dieser Homepage erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

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Vorwort von Günter Friedmann (Imkermeister)
Selten sind die Gefühle, die uns Menschen anrühren, wenn wir den Bienen begegnen, so einfühlsam und anschaulich beschrieben, wie in diesem Gedicht von Hilde Domin.

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Inhaltsangabe

Kurzbeschreibung des Inhalts

Am blühenden Apfelbaum wird die Begegnung mit sammelnden Honigbienen und deren Tätigkeit und organische Voraussetzungen für ihre Sammeltätigkeit beschrieben. Im Verfolgen des Fluges wird der Bienenstand erreicht und weitere Beobachtungen geschildert. Die entstandenen Eindrücke werden in einem Bild, dem Erlebnis eines Gliedmaßenartigen, zusammengefaßt.

Weitere Besuche am Bienenstand bringen dem Beobachter weitere Erlebnisse: Jungbienenvorspiel, Drohnenflug, Anatomie der Drohnen, Schwarmflug und schließlich Hochzeitsflug der Jungkönigin. Dabei wird über Drohnensammelplätze berichtet und deren Eigenart dargestellt.

Der Schwarm und sein Verhalten werden beobachtet bis zu seinem Wegflug oder bis der Imker ihn "einschlägt". Der Imker bringt ihn zuerst in den Keller und läßt den Schwarm später, nach drei Tagen, in eine neue Beute einziehen. Die Waben, welche in der Schwarmfangkiste entstanden sind, sind Anlaß, den Vorgang und die Bedingungen für das Bauen der Waben im Bienenvolk zu erläutern.


Die weitere Entwicklung des Bienenschwarms wird geschildert. Mehrere kurztägig aufeinanderfolgende Durchsichten zeigen das wachsende Wabenwerk und das sich darin entwickelnde Brutgeschehen. Die verschiedenen Brutstadien im Brutnest werden beschrieben bis zum Schlupf der fertig ausgebildeten Arbeitsbiene. Es entsteht der Eindruck, daß, ausgehend von der Königin, ein rhythmischer Impuls den Bienenstock durchzieht.


Die neu geschlüpften Bienen werden in ihrer weiteren Entwicklung beobachtet und diese beschrieben. Die Beobachtung erfordert die Unterscheidung in Stockbienen und Flug- oder Sammelbienen. Die Entwicklung der Stockbienen zeigt sich äußerlich an einer gesetzmäßigen Abfolge von Tätigkeiten; Untersuchungen der Physiologie zeigen eine Drüsenmetamorphose bei der sich entwickelnden Arbeitsbiene. Die Gesetzmäßigkeit der Entwicklung der Arbeitsbiene ordnet sich aber den äußeren und inneren Bedürfnissen des Organismus unter. Zwei Ströme begegnen und durchdringen sich im Bienenstock: der von außen hereingetragene Substanzstrom, welcher innerlich über die eierlegende Königin und die Pflege der heranwachsenden Brut in einen Strom von Arbeitsbienen verwandelt wird, welcher sich in seiner äußeren Tätigkeit im Umkreis des Bienenstocks gleichsam auflöst.


Das Erlebnis eines "Volltrachtfluges" am Bienenstand führt zu weiteren Beobachtungen. Dabei wird die Eiablage der Königin näher geschildert, Eientstehung (Oogenese) und Eibefruchtung. In der Hauptsache wird aber das Tanzverhalten der Bienen phänomenologisch beschrieben und in seiner Wirkung im Bienenvolk hergeleitet. Die Tänze sind nicht eigentlich als Sprache, vielmehr als physische und physiologische Anregung zur Handlung innerhalb eines Organismus zu erleben.


Aussehen und Entwicklung von Drohnenbrut wird beschrieben. Weiterhin die Entdeckung von zwei Umweiselungszellen, was als Anlaß dient, die Entstehung von Königinnen in Bienenvölkern zu erklären und physiologische Hintergründe darzulegen. Im Sommer nach der Johannizeit geht für die Bienen die Tracht zu Ende. Es kann zu Räuberei kommen, deshalb müssen Kontrollen kurz sein. Die neue Königin wird entdeckt und in ihrer Tätigkeit bei der Eiablage beobachtet. Bei der weiteren Durchsicht des Bienenvolkes wird auch die "alte" Königin noch einmal gefunden; ein seltenes Erlebnis für einen Imker, da normalerweise nie zwei Königinnen in einem Volk beisammen sind, nur nach einer Umweiselung.


Bei einem Besuch am Bienenstand nach der Johannizeit erlebt der Besucher, wie die Drohnen aus dem Volk abgetrieben werden. Drohnen leben in gesunden Bienenvölkern in Mitteleuropa normalerweise von der Osterzeit bis zum Ende der Johannizeit. Eine Vorratskontrolle zeigt, ob noch eine Ergänzungsfütterung vorgenommen werden muß. In der Michaelizeit beginnen die Völker, die Wintertraube zu bilden.

Die Novemberstimmung am Bienenstand gibt Anlaß zu einer Kontrolle der bei den Bienenvölkern eingelegten Bodeneinlage, der Windel. Darauf zu findende Symptome werden beschrieben und erklärt. Besondere Aufmerksamkeit wird den Varroa-Milben gewidmet. Körperlichkeit und Biologie der Varroa werden beschrieben und die Auswirkungen dieses Parasiten für die Bienenvölker der westlichen Honigbienen Apis mellifera.


Früher gaben die Menschen ihren Haustieren die "Christgeburt" bekannt; heute ist dieser Brauch nicht mehr so selbstverständlich auszuführen. Warum verlassen Bienen im Winter ihr Volk, obwohl sie doch draußen nur verklammen und sterben? Eine Winterbetrachtung "Winterbienen" zeigt die Bedeutung der Weihnachtszeit für die Bienen und deren Aufgabe für den Naturumkreis.


Sobald es draußen wärmer als 12 Grad wird, machen die Bienen einen Reinigungsausflug. Das Frühjahr bis in die Osterzeit wird die Zeit der "Durchlenzung" genannt; diese birgt für die Bienenvölker besondere Gefahren, welche zum Verlust oder erheblicher Schwächung der Völker führen können.


Eine Sommerbiene wird höchstens sechs Wochen alt, dann ist sie verbraucht. Eine Winterbiene lebt bis zu acht Monaten - wie sie die Voraussetzungen dazu erlangt, wird beschrieben. Der Imker hat verschiedene Möglichkeiten, die Bienenvölker zu führen und durch Kulturmaßnahmen in ihrer Entwicklung zu fördern. Wenn seine Arbeit erfolgreich ist, so kann er im Frühsommer bald den ersten Honig schleudern. Die inneren Lebensrhythmen des Bienenvolkes legen es dem Imker nahe, im Frühsommer zwischen Ende April und Ende Juni seine Völker alle neun Tage zu kontrollieren. Aus den gefundenen Volkszuständen leitet er seine weiteren Maßnahmen ab.


Schwarmstimmung ist ein Zeichen für Vitalität der Bienenvölker; es werden verschiedene Möglichkeiten des imkerlichen Umgangs mit der Schwarmstimmung besprochen und teilweise dargestellt. Daraus ergeben sich Kriterien für die Zucht und Zuchtauslese der Bienenvölker.


In einem Zitat aus einem Arbeitervortrag von Rudolf Steiner werden weitere Aspekte der Schwarmstimmung im Bienenstock dargelegt und die besondere Verantwortung des Menschen hergeleitet.


Die Beobachtung der sammelnden Bienen läßt den Schluß zu, daß sie die gesammelten Substanzen nicht "um ihrer selbst Willen" sammeln; sie werden in einem Bienenstock "abgeliefert". Vier Substanzen werden gesammelt: Nektar, Blütenstaub, Knospenharz und Wasser. Honig ist die bekannteste Bienengabe. Die Sammeltätigkeit der Biene wird beschrieben und ein Eindruck von der Verarbeitung des Nektars zu Honig im Bienenstock vermittelt. Die Phänomene der Honigbildung lassen etwas von seiner Qualität erkennen. Die Bedeutung des Honigs für das Bienenvolk wird am Beispiel einer erschöpften Einzelbiene verbildlicht.


Es wird auf vier Substanzen aufmerksam gemacht, welche die Bienen sammeln. Der Nektar wird über viele Schritte der Veredlung zum Honig, dieser wird vom Imker geerntet. Was darf Honig kosten? Ein Gedicht gibt Anregung zur Beantwortung dieser Frage.


Wie Blütenstaub gesammelt wird, läßt sich gut beobachten; dies wird beschrieben. Der Blütenstaub fermentiert im Bienenstock in der Wabe zu Bienenbrot. Dessen Bedeutung für die Entwicklung der Einzelbiene (Drüsenmetamorphose) und den gesamten Stoffwechsel im Bienenstock, den "Werdestrom" wird dargestellt. Der Futtersaft für die Königin und die Bienenbrut haben in diesem Prozeß wesentliche Funktion.