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"Der Bienenfreund" von Hans Thoma 1863 gemalt.
Thoma war Professor an der Akademie der Bildenden Künste und von 1899 bis 1919 Direktor der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe, wo das Gemälde im Original zu besichtigen ist; wenn man es sucht: im Hauptgebäude im Untergeschoss.

"Die Verwendung des Bildes in dieser Homepage erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

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Vorwort von Günter Friedmann (Imkermeister)
Selten sind die Gefühle, die uns Menschen anrühren, wenn wir den Bienen begegnen, so einfühlsam und anschaulich beschrieben, wie in diesem Gedicht von Hilde Domin.

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Hans Thoma wurde 1839 in Bernau/Schwarzwald geboren. Sein Vater war als Schindelmacher tätig, die Mutter entstammte einer bäuerlichen Kunsthandwerkerfamilie. Thoma hatte noch zwei Geschwister, einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester.

Nachdem er die Volksschule in Bernau besucht hatte, verließ der junge Thoma mit 14 Jahren seine Heimat um bei einem Lithographen und einem Maler in Basel in die Lehre zu gehen. Nach kurzer Zeit kehrte er jedoch wieder nach Bernau zurück und nahm zunächst Zeichenunterricht. Eine neue Lehre, die er 1855 bei einem Uhrenschildmaler in Furtwangen begann, musste er nach vier Wochen wieder abbrechen, da sein Vater gestorben war und die Mutter das Lehrgeld nicht mehr bezahlen konnte.

Hans Thoma blieb zu Hause in Bernau, bildete sich mit eigenen Mal- und Zeichenstudien weiter und arbeitete wie besessen. Während dieser Zeit beispielsweise die Bilder Ansicht von St. Blasien (1858) und In Bernau Dorf (1859). Inzwischen war man auf den jungen Maler aufmerksam geworden und schickte einige seiner Bilder zur Begutachtung an die Kunstschule Karlsruhe, wo diese positiv beurteilt wurden.

Dadurch erhielt Hans Thoma 1859 ein Stipendium des Großherzogs Friedrich I. von Baden. Seine Lehrer in Karlsuhe waren Wilhelm Schirmer und Ludwig des Coudres. Die Bilder, die Thoma meist während der Sommermonate in Bernau malte, stießen jedoch an der Kunstschule auf große Kritik und er sah keine Möglichkeit dort künstlerisch weiterzukommen. Schließlich ging Thoma 1867 nach Düsseldorf und lernte dort den Maler Otto Scholderer kennen, der als einer der ersten sein großes Talent erkannte. Dieser nahm ihn ein Jahr später mit auf eine Reise nach Paris, wo Thoma unter anderem mit Gustave Courbet und dessen Werk bekannt wurde. Diese für ihn wichtige Begegnung beschrieb er später so: "Nun glaubte ich meine Bilder malen zu können. Es war eine schöne Zeit aufblühender Hoffnung."

Diese erfüllte sich jedoch nicht, denn die folgenden zwei Jahre verbrachte Thoma in finanzieller Not und ohne künstlerische Anerkennung in Bernau, Säckingen und Karlsruhe. Erst der Wechsel in die "Malerstadt" München im Jahre 1870 brachte ihm den Zuspruch gleichgesinnter Künstler. In dieser Zeit entstanden die bekannten Bilder Der Rhein bei Laufenburg (1870) und Der Rhein bei Säckingen (1873). Thoma hielt sich wiederholt gerne am Hochrhein auf und erwies unserer Heimatstadt mit dem Satz: "Wie schön ist doch Laufenburg!" seine Referenz.

Im Sommer 1873 lernte Thoma den Frankfurter Arzt Dr. Otto Eiser kennen, der sein lebenslanger Förderer wurde und ihm zahlreiche Aufträge verschaffte. Im Jahr darauf unternahm Hans Thoma auch seine erste Italienreise, die ihn nach Oberitalien, die Toskana und Rom führte. Im Frühjahr 1875 war er wieder in München und lernte dort Cella Berteneder kennen, die als Malermodell arbeitete und zwei Jahre später seine Frau wurde. Nach der Hochzeit, die in Säckingen stattfand, zog Thoma mit seiner Familie nach Frankfurt a.M., wo er über zwanzig Jahre verbrachte.

In dieser Zeit, die von einer großen Schaffensenergie gekennzeichnet war, entstand der größte Teil seines künstlerischen Werkes. Und dennoch fand die erste Ausstellung mit Werken von Hans Thoma nicht in Deutschland, sondern in England statt.

Charles Minoprio aus Liverpool, ein gebürtiger Frankfurter, kaufte1879 sein erstes Landschaftsbild von Thoma und fügte dem in den folgenden Jahren weitere Bilder hinzu. So entstand eine Sammlung von über 60 Werken in englischem Besitz, mit denen 1884 die erste Sammelausstellung im Liverpooler Kunstverein eröffnet wurde. In diesen Jahren waren die Bilder Hans Thomas von fast allen deutschen Ausstellungen zurückgewiesen worden. Minoprio war es auch, der Thoma beauftragte ein weiteres Mal nach Italien zu reisen und dort verschiedene Landschaften zu malen. Die Reise in Begleitung seiner Frau führte den Maler nach Florenz, Neapel, Rom und Siena.

In den nächsten Jahren arbeitete Thoma überwiegend in Frankfurt und war u.a. mit der Ausmalung von Gebäuden beschäftigt. Erst 1890, Hans Thoma war inzwischen schon 51 Jahre alt geworden, gelang mit einer großartigen Ausstellung im Münchner Kunstverein der große künstlerische Durchbruch. Die meisten der 36 Gemälde wurden verkauft und brachten Thoma, der in den nächsten Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhielt, seinen späten Ruhm. Davon profitierte auch die Heimatgemeinde, als im Jahre 1892 die von Thoma entworfene und gemalte Fahne für den Gesangverein Bernau eingeweiht wurde.

Nach weiteren Italienreisen, längeren Aufenthalten im Schwarzwald, sowie Reisen in die Niederlande, wo Thoma die alten Meister, vor allem Rembrandt und Potter, studierte, wurde er im Jahre 1899 durch den Badischen Großherzog Friedrich nach Karlsruhe berufen und zum Direktor der Kunsthalle und Professor der Kunstschule bestellt. In die Zeit seines größten Erfolges fiel auch der Tod von Thomas Mutter, die ihm sehr viel bedeutet hatte und stets seine große Stütze war.

Mit der Umsiedelung der Familie und Thomas Berufung nach Karlsruhe stand er als nunmehr Sechzigjähriger nicht nur auf dem Höhepunkt seiner Karriere, sondern er gehörte auch zu den beliebtesten Malern seiner Epoche. Zu seinem 70.Geburtstag im Jahre 1909 eröffnete die Karlsruher Kunsthalle das Hans-Thoma-Museum. An seinem achtzigsten Geburtstag erhielt er neben anderen Ehrungen den Ehrenbürgerbrief der Stadt Freiburg, sowie im selben Jahr den der Stadt Karlsruhe.

(Gefunden unter: http://ojourdui.ifrance.com/art/art4oct/art1002.html)